Wissenschaftspolitik

Seit Beginn ist Wissenschaftspolitik ein Schwerpunktthema der Jungen Akademie.

Ein Foto von einer Gesprächsrunde, bei der die Redner auf einem runden Podium im Zentrum des Raums sitzen.
Foto: Evangeline Shaw

Seit Beginn ist Wissenschaftspolitik ein Schwerpunktthema der Jungen Akademie. Die Mitglieder veröffentlichen im Namen der Akademie immer wieder Thesenpapiere und Stellungnahmen zu hochschul- und forschungspolitischen Themen, die oft breit diskutiert werden. Sie veranstalten außerdem öffentliche Diskussionen und laden zu Expertenanhörungen ein.

Zudem mischt sich die Junge Akademie auch in die europäische Forschungspolitik ein. So warnte sie in Kooperation mit anderen europäischen Jungen Akademien die europäischen Regierungschefs vor Kürzungen im Budget des European Research Council (ERC).

Stimme des wissenschaftlichen Nachwuchses

Ob Juniorprofessur und Reform des Hochschulrahmengesetzes, ob Gleichstellungsfragen in der Wissenschaft, Sinn und Unsinn von Forschungsratings oder die Verflechtung von Karrieren in akademischen Paarbeziehungen: Die Junge Akademie hat sich mit ihren Studien und Stellungnahmen zu wissenschaftspolitischen Themen immer wieder breites Gehör verschafft.

Mitunter wurde die Junge Akademie in der Presse sogar als Sprachrohr des wissenschaftlichen Nachwuchses etikettiert. Die Bezeichnung trifft zwar eigentlich nicht zu, da die Mitglieder keine Repräsentationsfunktion wahrnehmen. Aber sie unterstreicht die Bedeutung und Verantwortung, die der Jungen Akademie in hochschul- und forschungspolitischen Fragen zukommen.

2022

Drittmittelmetriken

Akademische Forschung ist in zunehmendem Maße auf Finanzierung durch Drittmittel angewiesen. Der zunehmende Druck auf Forschende, entsprechende Mittel einzuwerben, führt dabei zu einem immer schärferen Wettbewerb, der die zu erwartenden Erfolgsaussichten schmälert – was wiederum den Druck erhöht, zusätzliche und aufwändig optimierte Anträge zu schreiben.

Akademische Forschung ist in zunehmendem Maße auf Finanzierung durch Drittmittel angewiesen. Der zunehmende Druck auf Forschende, entsprechende Mittel einzuwerben, führt dabei zu einem immer schärferen Wettbewerb, der die zu erwartenden Erfolgsaussichten schmälert – was wiederum den Druck erhöht, zusätzliche und aufwändig optimierte Anträge zu schreiben. Durch diesen Teufelskreis erhöht sich immer weiter der Anteil der Arbeitszeit, der zur Beantragung von Drittmitteln aufgewendet werden muss – und aufgrund der wettbewerbsbedingt verringerten Erfolgschancen gleichzeitig der Anteil der fruchtlos aufgewendeten Zeit. Gesamtwissenschaftlich und gesellschaftlich mag diese Verschwendung wissenschaftlicher Arbeitszeit wie ein Schildbürgerstreich anmuten, für einzelne Forschende besteht hingegen kaum eine Möglichkeit, nicht an diesem ineffektiven Drittmittelantragswettlauf teilzunehmen.

Trotz umfangreicher Bemühungen sowohl der Antragstellenden als auch der Gutachtenden gelingt es dem derzeitigen Fördersystem überwiegend nicht, die Qualität von Forschungsanträgen zuverlässig zu bewerten. Im Projekt Drittmittelmetriken wird untersucht, inwieweit die Kosten von Förderprogrammen sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene den Nutzen überwiegen.

Die Projektbeteiligten Eva Buddeberg, Martin Dresler, Ulrike Endesfelder, Jan Haaker, Christian Hof, Robert Kretschmer, Dirk Pflüger und Fabian Schmidt haben Empfehlungen formuliert, um diese Situation zu optimieren. Im Januar 2022 ist eine Kurzversion der Ergebnisse bei Nature Human Behaviour erschienen. Diese umfasst folgende Empfehlungen:

  • explizite Abwägung von Kosten und Nutzen vor der Veröffentlichung einer Ausschreibung (oder der Beantragung)
  • Erhöhung der Transparenz, um solche Berechnungen zu ermöglichen
  • Einführung alternativer Strategien für die Verteilung der Mittel

Zum Artikel

An einer ausführlichen Version arbeitet die Projektgruppe derzeit.

2019

Statement Hochschulpaktverhandlungen

Seit Juni 2018 verhandeln Bund und Länder die drei „Pakte“, Hochschulpakt, Pakt für Forschung und Innovation und Qualitätspakt Lehre. Am 3. Mai 2019 sollen sie in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz beschlossen werden. Dabei geht es um die zukünftige Ausgestaltung des deutschen Wissenschaftssystems. Vor diesem Hintergrund, und mit besonderem Blick auf den Hochschulpakt, fordert die Arbeitsgruppe Wissenschaftspolitik der Jungen Akademie eine verstärkte Strukturdebatte.

Bund und Länder sollten nicht nur die Numeriken von Hochschulfinanzierung, Studienplätzen und Stellen diskutieren, sondern den Blick weiten und sich auch mit grundlegenden Fragen zum Beispiel der Personalstrukturen an deutschen Hochschulen befassen. Nur so könnten die durch die Pakte fließenden Mittel eine sinnvolle Wirkung entfalten und die Zukunftsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems sichergestellt werden.

Hier geht es zum vollständigen Statement.

Jule Specht, Christian Hof, Julia Tjus, Wolfram Pernice, Ulrike Endesfelder (2017). Departments statt Lehrstühle: Moderne Personalstruktur für eine zukunftsfähige Wissenschaft. Berlin: Die Junge Akademie (ISBN 978-3-00-057956-1).
Zum Download

Cornelis Menke, Moritz Schularick, Sibylle Baumbach, Robert Wolf u.a. (2013). Nach der Exzellenzinitiative. Personalstruktur als Schlüssel zu leistungsfähigeren Universitäten. Berlin: Die Junge Akademie (ISBN 978-3-00-044145-5).
Zum Download

2018

Symposium „Departments statt Lehrstühle“

Im Oktober 2017 forderten fünf Mitglieder der Jungen Akademie in ihrem Debattenbeitrag „Departments statt Lehrstühle“ die Umwandlung der deutschen Lehrstuhlstruktur in eine Departmentstruktur.

Es folgten zahlreiche Diskussionen an Universitäten, wissenschaftlichen Einrichtungen und in den Medien, die bis heute anhält. Unterschiedlichste Stimmen meldeten sich mit Unterstützung, Kritik oder Verbesserungsvorschlägen zu Wort. Um die unterschiedlichen Positionen aufzugreifen und neuen Kommentaren Raum zu geben, veranstaltete die Junge Akademie am 4. Juni ein Symposium mit Akteuren aus der deutschen Wissenschaft und Politik. In einem ersten Erfahrungsbericht wurden die Vorteile, aber auch die Tücken, die der Umstellung in eine Departmentstruktur in der Praxis innewohnen können, thematisiert. Anschließend kamen zu den Themen Karrierewege und Beschäftigungsbedingungen, Auswirkungen der Departmentstruktur auf die Kompetitivität im Wissenschaftssystem und den politischen Rahmenbedingungen für eine Departmentstruktur unterschiedliche Stimmen auf mehreren Podien zu Wort.

Auf dem Youtube-Kanal der Jungen Akademie ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung verfügbar. Auch ein Zusammenschnitt des Symposiums ist dort zu finden. Unter dem Hashtag #departmentstruktur18 kann die Diskussion auf Twitter auch im Nachhinein noch einmal verfolgt werden.

Programm

2017

Debattenbeitrag „Departments statt Lehrstühle“

Ist die Personalstruktur an deutschen Universitäten noch zeitgemäß? Dieser Frage gehen die Autor*innen des vorliegenden Debattenbeitrags nach und schlagen die Umstellung des deutschen Lehrstuhlprinzips auf eine Department-Struktur vor.

Diese zeichnet sich durch eine im Vergleich zum Lehrstuhlprinzip größere und vielfältige, selbständig forschende Professorenschaft aus, wird aus den Grundmitteln der Universitäten finanziert und besteht aus dauerhaft beschäftigten etablierten sowie jüngeren Wissenschaftler*innen mit Tenure Track. Die fünf AutorInnen Jule Specht, Christian Hof, Julia Tjus, Wolfram Pernice und Ulrike Endesfelder bauen auf dem Vorschlag "Personalstruktur als Schlüssel zu leistungsfähigeren Universitäten" aus dem Jahr 2013 auf und entwickeln diesen weiter. 14 Kommentatorinnen und Kommentatoren aus Wissenschaft und Politik ergänzen die Überlegungen und tragen damit zu einer Vielfalt an Perspektiven bei.

Debattenbeitrag (Deutsch, pdf)
Debattenbeitrag (Englisch, pdf)

2017

Podiumsdiskussion „Wissenschaft Wohin?“

Am 21.06.2017 lud Die Junge Akademie zur Podiumsdiskussion in die Villa Elisabeth in Berlin. Zum Thema „Wissenschaft wohin? Perspektiven für Forschung und Lehre in Deutschland“ wurden Bundestagsabgeordneten verschiedener Parteien eingeladen, die in den Ländern die WissenschaftsministerInnen stellen.

2017

Symposium „15 Jahre Juniorprofessur“

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft Juniorprofessur e.V. (DGJ) führte die AG Wissenschaftspolitik mit ihrer Sprecherin Jule Specht und ihrem Sprecher Christian Hof am 12. Mai 2017 im Einstein-Saal der BBAW das Symposium „15 Jahre Juniorprofessur“ durch. Zahlreiche Vorträge, Gespräche mit dem Publikum und eine Podiumsdiskussion prägten den Tag.

Die Podiumsdiskussion wurde moderiert von Anna-Lena Scholz (Die ZEIT) und wurde bestritten von Dorothee Buchhaas-Birkholz (BMBF), Edelgard Buhlmahn MdB, Steffen Krach (Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung), Jan-Christoph Rogge (WZB) und Annette Schmidtmann (DFG), v.l.n.r.

Flyer (pdf)

2016

Gast bei den Akademien der Wissenschaften Schweiz

In einem Podiumsgespräch diskutierten Nachwuchsforschende und Akteure aus Forschung, Forschungsförderung und Wirtschaft über dringende Bedürfnisse und neuste Entwicklungen am Forschungsstandort Schweiz.

Seitens der Jungen Akademie war auf dem Podium Hans Jakob Wörner vertreten, Caspar Battegay co-moderierte.

  • Mittwoch, den 26. Oktober 2016
  • Universität Bern

2016

Debattenbeitrag „Die Bundesprofessur“

Exzellente Wissenschaft braucht kluge Köpfe und langfristige Perspektiven. Es fehlt jedoch an personenbezogener, langfristiger Förderung im deutschen Wissenschaftssystem. Diesem Mangel möchten Mitglieder der Jungen Akademie mit dem vorliegenden Debattenbeitrag entgegenwirken.

Sie schlagen die Einführung einer Bundesprofessur vor. Diese soll erfolgreichen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine unbefristete Möglichkeit zur selbstständigen Forschung und Lehre an einer Universität ihrer Wahl ermöglichen und langfristig aus Bundesmitteln finanziert werden.

Die Autorinnen und Autoren des Debattenbeitrags Jule Specht, Ulrike Endesfelder, Tobias J. Erb, Christian Hof und Wolfram Pernice wurden von 31 weiteren aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Jungen Akademie unterstützt.

Debattenbeitrag (Deutsch, pdf)

2015

„Peer Review“

Peer Review ist ein Wissenschaftssimulationsspiel für 4–6 Spieler von Cornelis Menke.

Es dient der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Selbstreflexion etablierter Forscher sowie dem Ziel, einer breiteren interessierten Öffentlichkeit Grundkenntnisse über die Funktionsweise des Wissenschaftssystems zu vermitteln.

Zur Projektseite und Bezugsmöglichkeiten

2015

Studie „Berufungspraxis bei Juniorprofessuren“

Angesichts aktueller Vorschläge, die Juniorprofessur als einen „Standardweg“ zur Lebenszeitprofessur zu etablieren, untersucht die Studie der Jungen Akademie systematisch Ausgestaltung und Besetzung von Juniorprofessuren an deutschen Universitäten seit der Einrichtung dieser Stellenkategorie im Jahr 2002.

Wie die Studie belegt, bestehen insbesondere zwei gravierende Unterschiede in der Ausgestaltung der Juniorprofessur:

  1. Der Anteil der Juniorprofessuren an allen Professuren einer Universität divergiert zwischen weniger als 5 und über 30 Prozent.
  2. Der Anteil der JuniorprofessorInnen, die bereits an derselben Universität promoviert wurden, liegt im Schnitt bei etwa 20 Prozent, ist jedoch mit über einem Drittel an einigen Universitäten auffallend hoch.

Aufgrund der substanziellen Unterschiede empfehlen die AutorInnen vergleichbare Standards bei der Implementierung von Juniorprofessuren an deutschen Hochschulen sowie ein Hausberufungsverbot. Die drei AutorInnen Moritz Schularick, Jule Specht und Sibylle Baumbach wurden von 37 weiteren aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Jungen Akademie unterstützt.

Studie (pdf)
Pressemitteilung zur Studie

2014

Tagung „Die Universität als Ort der Bildung“

Die Tagung "Die Universität als Ort der Bildung. Perspektiven für das 21. Jahrhundert" fand am 4. und 5. Juli 2014 in Berlin statt.

2014

Tagung „Neue Wege im deutschen Hochschulsystem“

Am 10. Juni 2014 fand in Berlin die Tagung "Neue Wege im deutschen Hochschulsystem" statt, die gemeinsam von Junger Akademie und dem Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands organisiert wurde.

2013

Positionspapier „Nach der Exzellenzinitiative“

Das von 30 Mitgliedern und Alumni der Jungen Akademie unterzeichnete Positionspapier identifiziert drei Schwächen als Kernprobleme des derzeitigen Systems: zum einen die geringe Attraktivität universitärer Stellen und Karrierewege, insbesondere im internationalen Vergleich, zum zweiten mangelnde Dynamik und Innovationskraft der Forschung und schließlich unzureichende Strukturen für die Aufnahme einer dauerhaft hohen Zahl von StudentInnen.

Den Schlüssel zu leistungsfähigeren Universitäten sehen die Unterzeichner/innen in einer grundlegenden Reform der Personalstruktur. Konkret schlagen sie vor, das Lehrstuhlsystem schrittweise abzuschaffen und zugleich ohne Kostensteigerung die Zahl der Professuren und Juniorprofessuren zu erhöhen. Von dieser Reform erhoffen sie sich eine Entlastung von Professor/innen, bessere Perspektiven für jüngere Wissenschaftler/innen, eine höhere Qualität der Lehre und zugleich eine bessere Betreuungsrelation sowie nicht zuletzt eine Dynamisierung der universitären Forschung und bessere Möglichkeiten für Profilbildungen auch an kleineren Universitäten.

Positionspapier (pdf)

Ob Juniorprofessur und Reform des Hochschulrahmengesetzes, ob Gleichstellungsfragen in der Wissenschaft, Sinn und Unsinn von Forschungsratings oder die Verflechtung von Karrieren in akademischen Paarbeziehungen: Die Junge Akademie hat sich mit ihren Studien und Stellungnahmen zu wissenschaftspolitischen Themen immer wieder breites Gehör verschafft.

Mitunter wurde die Junge Akademie in der Presse sogar als Sprachrohr des wissenschaftlichen Nachwuchses etikettiert. Die Bezeichnung trifft zwar eigentlich nicht zu, da die Mitglieder keine Repräsentationsfunktion wahrnehmen. Aber sie unterstreicht die Bedeutung und Verantwortung, die der Jungen Akademie in hochschul- und forschungspolitischen Fragen zukommen.

Sprecher*innen

beteiligte Mitglieder

beteiligte Alumni / Alumnae

Aktivitäten