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Wir waren nie nur Mensch
Wie lässt sich Welt und Wirklichkeit jenseits eines humanistischen und anthropozentrischen Blicks denken?
- Pressebild 01 vocal fold tension mismatch
- Pressebild 02 Zwischen Untergang und Aufbruch
- Pressebild 03 Bju:tiful?
- Pressebild 04 Lassen Sie uns reden
- Pressebild 05 Flexible Körpermodelle im Gehirn
- Pressebild 06 Posthumane Sauna
- Pressebild 07 Die Herzbestattung und die Frage: „Was bleibt?“
- Pressebild 08 A Living Artwork
- Pressebild 09 Skelettarm mit künstlichem Muskel
- Pressebild 10 Neuro-Cooking
- Pressebild 11 VOID
- Pressebild 12 Assistenz-Verwicklungen

Einführung der AG „Posthumanes, Mehr-als-Menschliches und Nicht-Menschliches“
Der Titel dieser Ausstellung enthält eine Herausforderung: Wir waren nie nur Mensch. Auf den ersten Blick scheint das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité ein Ort zu sein, an dem genau das Gegenteil der Fall ist: Es zeigt Präparate, Instrumente und Sammlungsobjekte, die über Jahrhunderte dazu dienten, den menschlichen Körper zu untersuchen, zu verstehen und in den Mittelpunkt zu stellen. Es scheint ein Museum des anthropozentrischen Blicks.
Auf den zweiten Blick aber erzählen dieselben Objekte eine andere Geschichte: von Beziehungen, die den Menschen nie als isoliertes Wesen zeigen, sondern als Knotenpunkt vielfältiger Bezüge.
Grußwort Monika Ankele
Direktorin des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité
„Wir waren nie nur Mensch.“ Ein Satz, der für ein medizinhistorisches Museum zunächst irritierend klingt. Denn kaum ein anderer Ort scheint den Menschen so sehr ins Zentrum zu stellen wie ein Museum, das sich der Geschichte der Medizin und damit der Erforschung des menschlichen Körpers widmet. 1899 von Rudolf Virchow als „Pathologisches Museum“ eröffnet, umfasste die Sammlung zunächst vor allem pathologisch-anatomische Präparate, die Erkrankungen an Organen und Geweben des menschlichen Körpers visualisierten. Seither haben sich sowohl das thematische Spektrum als auch die Sammlungen des Museums erweitert und verändert. Heute stehen neben Krankheit und Pathologie auch diagnostische Verfahren, medizinische Instrumente sowie die vielfältigen Handlungs- und Aktionsräume der westlichen Medizin im Fokus. Das Museum widmet sich damit einem über Jahrhunderte gewachsenen Versuch, den Menschen zu verstehen und dem „Leben auf der Spur“ zu sein, wie es der Titel unserer Dauerausstellung formuliert.

Kuratorische Einführung
Der Titel Wir waren nie nur Mensch fragt nach der Gegenwart und dem Menschlichen – im Sinne des Posthumanen. Er beschreibt eine Suchbewegung entlang der Grenzen dessen, was wir als menschlich verstehen. Was waren wir sonst noch? Und was können wir noch sein? Wer ist „wir“? Wo beginnt und endet das Menschliche, und wo beginnt das Posthumane?
Im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité, in dessen Zentrum der Mensch mit Organen und Körperfunktionen, seiner Gesundheit und seinen Krankheiten steht, wirkt die interventionistische Ausstellung Wir waren nie nur Mensch zunächst wie ein Widerspruch, versteht sich in diesem Kontext jedoch als Erweiterung. Das Museum ist mehr als nur ein Ausstellungsort: Es ist ein Gegenüber.
Beiträge
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vocal fold tension mismatch
Zwei vibroakustische Installationen zur „Somatik der Falte“ zwischen Körper, Material und Klang. (sikau/pubalova)
In Zusammenarbeit mit Amos Peled und Denis Połeć.
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Zwischen Untergang und Aufbruch
Fünf Porzellanobjekte zu dystopischen Zukunftsbildern und der Fragilität des Menschlichen (Rona Kobel)
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Bju:tiful?
Workshop mit Jugendlichen zu Vorstellungen von Körper, Schönheit und Normalität – von kolonialen und rassistischen Wissensordnungen bis zu KI-generierten Bildern und transhumanistischen Zukunftsvisionen. (Anne Hemkendreis und Hannimari Jokinen)
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Lassen Sie uns reden
Interaktive Audiotour mit 5 Stationen, die ethische Fragen zu Norm, Krankheit, Selektion und Gen-Editing mit einer medizinischen und philosophischen Perspektive verhandelt. (Radin Dardashti + Sarah Kim-Hellmuth)
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Flexible Körpermodelle im Gehirn
Interaktive VR-Installation mit 3D-Drucken von Gehirnen, in der man im Selbstversuch mehr über die Anpassungsfähigkeit der eigenen Körperwahrnehmung erfährt (Jakub Limanowski)
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Posthumane Sauna
Die Posthumane Sauna denkt Architektur als lebendigen Kreislauf aus Wärme, Wasser, Pflanzen und Mikroorganismen statt als starres Gebäude. Sie erprobt, wie Räume unter ökologisch instabilen Bedingungen selbst Ressourcen wie Wärme und Sauerstoff erzeugen könnten. (Benedikt Hartl)
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Die Herzbestattung und die Frage: „Was bleibt?“
Zwei 3D-Drucke von Herzbechern zur Frage „Was bleibt?“: die Reproduktion eines Reliquiars aus dem 5./6. Jahrhundert und die „Preproduktion“ eines zukünftigen Datenträgers. (Philipp Pilhofer)
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A Living Artwork
Interaktive Installation A Living Puppet von Sonja Bäumel und 17:06-minütiger Film A Living Artwork von Eddie Bolger zur Frage, wie und wodurch ein Kunstwerk lebendig wird und wie dieses Lebendige in Beziehungen und Abhängigkeiten statt im isolierten Körper entsteht. (Sonja Bäumel, Eddie Bolger, Janina Krepart, Birgit Nemec, Jules Sturm)
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Skelettarm mit künstlichem Muskel
Ein 3D-gedruckter Skelettarm, bewegt von einem weichen künstlichen Muskel, der elektrische Energie über eine flüssigkeitsgefüllte Hüllein mechanische Bewegung umwandelt, deutet an, wie Prothesen der Zukunft dem menschlichen Bewegungsapparat ähnlicher werden. (Philipp Rothemund)
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Neuro-Cooking
Ein Wearable misst Hirnaktivität, Muskelspannung und Herzrhythmus bei der Arbeit mit Sauerteig und übersetzt Stress- oder Flow-Zustände in taktiles Vibrationsfeedback, um so die bereits bekannte entspannende Wirkung der Sauerteigarbeit zu verstärken. (Maciej Chmara und Anna Rosinke)
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VOID
Eine skulpturale Videoinstallation aus einem Video und einer Wolfsskulptur. Entstanden aus dem Experiment, sich einer Landschaft anspruchslos auszusetzen, zeigt das Video nur Körperteile statt Personen. Im geteilten Blick mit dem Wolf lassen wir uns auf ein nicht-menschliches Sehen ein. (Levent Duran + Senem Gökçe Oğultekin)
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Assistenz-Verwicklungen
Eine Installation und Hörstation zeigt anhand einer ethnografischen Untersuchung von Pflegesensorbetten in Altersheimen, ob und wie sich das Versprechen der Technologie im Pflegealltag einlöst. (Stefanie Büchner, Jannis Hergesell + Malte Weber)
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Künstler*innen und Wissenschaftler*innen
Sonja Bäumel + Eddie Bolger + Janina Krepart + Birgit Nemec + Jules Sturm, Stefanie Büchner + Jannis Hergesell + Malte Weber, Maciej Chmara + Anna Rosinke, Radin Dardashti + Tabea Gandelheidt + Sarah Kim-Hellmuth, Benedikt Hartl (Opposite Office), Anne Hemkendreis + Hannimari Jokinen, Rona Kobel, Jakub Limanowski, Senem Gökçe Oğultekin + Levent Duran, Philipp Pilhofer, Philipp Rothemund, Lea Luka Sikau + Denisa Půbalová + Denis Połeć + Amos Peled
Idee: Maciej Chmara, Radin Dardashti, Anne Hemkendreis, Sarah Kim-Hellmuth, Birgit Nemec
Kuration: Adrian Notz, Jenny Wolka
Design: Lukas Henneberger, Anna Rosinke, Michal Pecko
Szenografie: Lukas Henneberger, Maciej Chmara
Termine
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29.10.2026 bis 20.06.2027 Sonderausstellung: Wir waren nie nur Mensch
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charitéplatz 1 (Besuchsadresse Virchowweg 16)
10117 BerlinÖffnungszeiten:
Montag: geschlossen
Di, Do, Fr, So: 10–17
Mi, Sa: 10–19 -
29.10.2026, 19:00 Uhr: Vernissage
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Hörsaalruine
10117 Berlin -
05.11.2026, 13:00 Uhr: Tandem-Führung
Nathalie Stelmach (Berliner Medizinhistorischen Museum) und Künstler und Designer Maciej Chmara (Die Junge Akademie) führen gemeinsam durch die Ausstellung.Die Tandem-Führung ist Teil der Berlin Science Week.
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charitéplatz 1
10117 Berlin -
07.11.2026, 17:00 Uhr: Tandem-Führung
Nathalie Stelmach (Berliner Medizinhistorischen Museum) und Künstlerin Rona Kobel (Die Junge Akademie) führen gemeinsam durch die Ausstellung.Die Tandem-Führung ist Teil der Berlin Science Week.
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Unterstützung
Das Projekt wird mit freundlicher finanzieller Unterstützung der Schering Stiftung und der Bodo-von-Borries-Stiftung ermöglicht.
Das Projekt wurde zusätzlich unterstützt von: Behörde für Kultur und Medien der Stadt Hamburg, Kunststiftung NRW, Medienboard BerlinBrandenburg, KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin GmbH, Nationales Performance Netz, Europäische Union, Goethe-Institut, MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, NEUSTART KULTUR
Eine Ausstellung der Jungen Akademie im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité.
Aktivitäten
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Tandem-Führung „Wir waren nie nur Mensch“ (Rona Kobel und Nathalie Stelmach)
Nathalie Stelmach (Berliner Medizinhistorischen Museum) und Künstlerin Rona Kobel (Die Junge Akademie) führen gemeinsam durch die Ausstellung.
Themen:
- eventBeginsOn
- 07.11.26
- eventEndsOn
- 07.11.26
Veranstaltungszugang: öffentlich
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charitéplatz 1
10117 Berlin17:00 — 18:00
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Tandem-Führung „Wir waren nie nur Mensch“ (Maciej Chmara und Nathalie Stelmach)
Nathalie Stelmach (Berliner Medizinhistorischen Museum) und Künstler und Designer Maciej Chmara (Die Junge Akademie) führen gemeinsam durch die Ausstellung.
Themen:
- eventBeginsOn
- 05.11.26
- eventEndsOn
- 05.11.26
Veranstaltungszugang: öffentlich
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charitéplatz 1
10117 Berlin13:00 — 14:00
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Ausstellung „Wir waren nie nur Mensch“
Zwölf Spekulationen über das Posthumane, Mehr-als-Menschliche und Nicht-Menschliche
Themen:
- eventBeginsOn
- 30.10.26
- eventEndsOn
- 20.06.27
Veranstaltungszugang: öffentlich
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charitéplatz 1 (Besuchsadresse: Virchowweg 17)
10117 Berlin -
Eröffnung der Ausstellung „Wir waren nie nur Mensch“
Zwölf Spekulationen über das Posthumane, Mehr-als-Menschliche und Nicht-Menschliche – Die Junge Akademie ist zu Gast im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité
Themen:
- eventBeginsOn
- 29.10.26
Veranstaltungszugang: öffentlich
Hörsaalruine des
Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité
Charitéplatz 1 (Virchowweg 16)
10117 Berlin19:00
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Ausstellung „Wir waren nie nur Mensch“ der Jungen Akademie bietet Perspektivwechsel
Die Junge Akademie ist mit zwölf künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeiten zu Gast im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité
Themen:
- date
- 29.10.26
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