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Ausstellung „Wir waren nie nur Mensch“ der Jungen Akademie bietet Perspektivwechsel
Pressemitteilung
Die Junge Akademie ist mit zwölf künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeiten zu Gast im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité
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Was bedeutet es, die Welt nicht allein aus menschlicher Perspektive zu betrachten? Die Ausstellung „Wir waren nie nur Mensch“ der Arbeitsgruppe „Posthumanes, Mehr-als-Menschliches und Nicht-Menschliches“ der Jungen Akademie lädt dazu ein, vertraute Vorstellungen vom Menschsein zu hinterfragen. Sie startet am 29. Oktober 2026 im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité.
Präparate, Instrumente und Sammlungsobjekte im Museum erzählen davon, wie der menschliche Körper über Jahrhunderte untersucht und zum Gegenstand medizinischen Wissens gemacht wurde. Zugleich verweisen sie auf vielfältige Verbindungen zwischen Menschen, ihrer Umwelt und anderen Lebewesen.
Die Sonderausstellung versammelt zwölf künstlerische und wissenschaftliche Arbeiten. Als ortsspezifische Interventionen reagieren sie auf die Sammlungen, Räume und Geschichte des Museums und fragen, wie sich die Welt jenseits eines ausschließlich menschlichen und anthropozentrischen Blicks denken lässt.
„Die Interventionen der Jungen Akademie eröffnen einen neuen Blick auf die Dauerausstellung des Museums, die den Fokus auf die Geschichte der westlichen Medizin der letzten 300 Jahre legt. Die künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeiten lenken den Blick auf Zusammenhänge, die bislang möglicherweise im Verborgenen geblieben sind, und führen an manchen Stellen auch zu produktiven Irritationen. Wir freuen uns sehr über diese Neuperspektivierung“, sagt Monika Ankele, Direktorin des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité.
Die Arbeiten greifen Fragen auf, die viele Disziplinen betreffen. Tiere, Pflanzen, Maschinen, Mikroben, Daten und Dinge eröffnen neue Perspektiven. An der Ausstellung sind 13 aktive und ehemalige Mitglieder der Jungen Akademie aus unterschiedlichen Disziplinen sowie weitere Wissenschaftler*innen und Künstler*innen beteiligt. Besucher*innen begegnen zum Beispiel einem Herzbecher und einer „Posthumanen Sauna“ oder können sich mit einem Chatbot über ethische Fragen austauschen.
„Wir sind symbiotische Wesen aus menschlichen und mikrobiellen Zellen, also Holobionten. Wir kochen unsere Nahrung, tragen Kleidung und Brillen. Wir waren und sind nie nur Mensch. Das Posthumane liegt nicht vor uns, es war immer schon da. Zwölf künstlerische und wissenschaftliche Projekte unserer Arbeitsgruppe folgen dieser Spur in einem Museum, in welchem der menschliche Körper seit über einem Jahrhundert gesammelt wird. Das interdisziplinäre Prinzip der Jungen Akademie wird besonders sichtbar, wenn Humangenetik, Robotik, Theologie und Kunst zusammenarbeiten“, betont Maciej Chmara, Mitglied der Arbeitsgruppe „Posthumanes, Mehr-als-Menschliches und Nicht-Menschliches“ der Jungen Akademie.
Die Sonderausstellung ist bis zum 20. Juni 2027 im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, zu sehen. Die Eröffnung findet am 29. Oktober um 19 Uhr in der Hörsaalruine statt; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Geländeadresse: Virchowweg 16.
Das Museum ist dienstags, donnerstags, freitags und sonntags von 10 bis 17 Uhr sowie mittwochs und samstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Montag ist geschlossen.
Die Ausstellung wurde von Maciej Chmara, Radin Dardashti, Anne Hemkendreis, Sarah Kim-Hellmuth und Birgit Nemec angestoßen. Die Kuration übernahmen Adrian Notz und Jenny Wolka.
Beteiligte Künstler*innen und Wissenschaftler*innen:
Sonja Bäumel + Eddie Bolger + Janina Krepart + Birgit Nemec + Jules Sturm, Stefanie Büchner + Jannis Hergesell + Malte Weber, Maciej Chmara + Anna Rosinke, Radin Dardashti + Tabea Gandelheidt + Sarah Kim-Hellmuth, Benedikt Hartl (Opposite Office), Anne Hemkendreis + Hannimari Jokinen, Rona Kobel, Jakub Limanowski, Senem Gökçe Oğultekin + Levent Duran, Philipp Pilhofer, Philipp Rothemund, Lea Luka Sikau + Denisa Půbalová + Denis Połeć + Amos Peled
Informationen zu den Beiträgen und Beteiligten: diejungeakademie.de/de/projekte/wir-waren-nie-nur-mensch
Ermöglicht wird das Projekt durch die Schering Stiftung und die Bodo-von-Borries-Stiftung.
Das Projekt wurde zusätzlich unterstützt von: Behörde für Kultur und Medien der Stadt Hamburg, Kunststiftung NRW, Medienboard BerlinBrandenburg, KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin GmbH, Nationales Performance Netz, Europäische Union, Goethe-Institut, MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, NEUSTART KULTUR
Begleitprogramm
Tandem-Führung mit Maciej Chmara
5. November 2026, 13 Uhr
Im Rahmen der Berlin Science Week führen Maciej Chmara von der Jungen Akademie und Museumspädagogin Nathalie Stelmach durch die Ausstellung. Zur Anmeldung
Tandem-Führung mit Rona Kobel
7. November 2026, 17 Uhr
Im Rahmen der Berlin Science Week führen Rona Kobel von der Jungen Akademie und Museumspädagogin Nathalie Stelmach durch die Ausstellung. Zur Anmeldung
Die Junge Akademie wurde im Jahr 2000 als weltweit erste Akademie für herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben gerufen. Ihre Mitglieder stammen aus allen wissenschaftlichen Disziplinen sowie aus dem künstlerischen Bereich – sie loten Potenzial und Grenzen interdisziplinärer Arbeit in immer neuen Projekten aus, wollen Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch miteinander und neue Impulse in die wissenschaftspolitische Diskussion bringen. Die Junge Akademie wird gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina getragen. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.
Kontakt
Die Junge Akademie
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Tel.: +49 30-241899-106
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