Repräsentation

Die AG Repräsentation hat sich ihrem zentralen Begriff über vier Themenschwerpunkte angenähert.

  • die verschiedenen wissenschaftlichen Verwendungen des Begriffs, der in Theorie und Forschungspraxis zahlreicher Einzelwissenschaften eine zentrale, jedoch nicht unumstrittene Rolle spielt („disziplinäres Wissen“)
  • die vielfältigen Medien und Formen der Repräsentation von Wissen in Wissenschaft und (Wissens-)Gesellschaft („inszeniertes Wissen“) sowie die jeweiligen Klischees, die von außen an Wissenschaftler herangetragen werden („Repräsentation von Wissenschaften“)
  • die Bedeutung des (fachwissenschaftlichen) Vorwissens für das wissenschaftliche Arbeiten innerhalb eines Fachs ebenso wie für die Möglichkeit der Weltwahrnehmung und Einordnung neuen Wissens überhaupt („implizites Wissen“)
  • die Wissensrepräsentation im Bewusstsein und die dabei beteiligten Gefühle („Wissensrepräsentation“).

Die Arbeitsgruppe wurde 2000 gegründet, im ersten Jahr des Bestehens der Jungen Akademie. Sie beendete ihre Arbeit im Sommer 2005 mit dem Ausscheiden der Gründungsmitglieder, unter anderem der langjährigen AG-Sprecherin Eva-Maria Engelen.

Sommerschulen und Tagungen

Die AG Repräsentation veranstaltete zwei interdisziplinäre und internationale Sommerschulen unter dem Motto „Die Junge Akademie der Gefühle“ sowie eine Tagung zum Thema „Inszeniertes Wissen“.

Sommerschule "Emotionale Wende? Die Junge Akademie der Gefühle"
Zweite Sommerschule"Die Junge Akademie der Gefühle. Folgen"
Tagung „Inszeniertes Wissen“

Veröffentlichungen

„Emotionales Gesetzbuch“ und mehr

Aus der Arbeit der AG Repräsentation gingen Bücher wie das „Emotionale Gesetzbuch“ hervor, ebenso der Workshopbeitrag „Scientists Are Crazy Men“ und mehrere Aufsätze.

EGB. Emotionales Gesetzbuch. Dekalog der Gefühle
Mediale Emotionen. Zur Lenkung von Gefühlen durch Bild und Sound
Gesichter der Wissenschaft. Eine Studie über gesellschaftliche Klischees von Wissenschaft
Inszeniertes Wissen. Formen und Medien der Repräsentation

Studie

„Scientists are Crazy Men“

Mit einer empirischen Studie zum „Bild der Wissenschaftler in der Öffentlichkeit“ untersuchte Alexandra M. Freund, wie Personen unterschiedlichen Alters und Bildungshintergrundes Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen wahrnehmen.

Auf der Basis eines Fragebogens, der von den Mitgliedern der AG Repräsentation gemeinsam erarbeitet wurde, wurden hierzu Daten mit einer kleineren Stichprobe von 100 Personen erhoben.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden unter dem Titel „Scientists Are Crazy Men in White Lab Coats“ von Alexandra M. Freund im Rahmen des Workshops „Science and Society: Science Goes Pop?“ (im Juni 2002 in Halle) und auf dem 43. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) im September 2002 in Berlin präsentiert. Zudem erschienen sie in dem Band „Academia 350. Die Leopoldina-Feiern in Schweinfurt und Halle 2002“, Nova Acta Leopoldina Bd. 87, 2003, Halle 2003, 235-237.

Poster zum 43. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (PDF)
Abstract der Posterpräsentation (PDF)

Aufsätze

Repräsentation im (ökologischen) Experiment

Aus den AG-internen Vorträgen zu den verschiedenen Konzepten von „Repräsentation“ in den jeweils eigenen Disziplinen der AG-Mitglieder ging ein Aufsatzprojekt hervor, an dem Nina Buchmann (Ökologie), Eva-Maria Engelen (Philosophie) und Henning Schmidgen (Wissenschaftsgeschichte) beteiligt waren. Der Aufsatz befasst sich mit der Frage der Repräsentation und Objektauswahl im Experiment.

Untersucht wird die Bedeutung der Auswahl eines repräsentativen Objekts in der lokal vorgenommenen ökologischen Forschung, deren Ergebnisse für globale Aussagen herangezogen werden. Der Aufsatz mit dem Titel „Vom globalen Denken und lokalen Messen. Praktiken der Repräsentation in der Ökologie“ wurde in den Sammelband „Inszeniertes Wissen“ aufgenommen.

Bewusstsein und Gefühl (Rezension zu Antonio R. Damasio)

Das Vorhaben, einen gemeinsamen Aufsatz zu verfassen, scheint keine repräsentative Vorgehensweise für wissenschaftliches Arbeiten zu sein. Zumal, wenn die Beteiligten aus drei verschiedenen, noch nicht einmal benachbarten Disziplinen stammen. In die Richtung einer solchen „unrepräsentativen“ Arbeitsweise zielte auch ein Aufsatzprojekt von Eva-Maria Engelen (Philosophie) und Martin Korte (Neurobiologie).

Der thematische Schwerpunkt lag hierbei auf „Bewusstsein und Gefühl“: Es ging um die Auseinandersetzung mit der Studie „Ich fühle, also bin ich“ von Antonio R. Damasio in zwei gemeinsam geschriebenen Aufsätzen. Jeder der Beiträge erhielt dabei ein besonderes Gewicht aus einer der zwei beteiligten Disziplinen:

Eva-Maria Engelen und Martin Korte, „Bewußtsein als Gefühl gesehen. Antonio R. Damasios Entschlüsselungsversuch“, in: Merkur. Deutsche Zeitschrift für Europäisches Denken (2002), S. 57-60.

Martin Korte und Eva-Maria Engelen, „Gefühl, Bewußtsein und Gehirn oder Von Gefühlen in Gehirnen“, in: Naturwissenschaftliche Rundschau 55, Heft 6 (2002), S. 302-307.

Presseecho

Die Aktivitäten und Publikationen der AG Repräsentation wurden in einer Reihe von Presseveröffentlichungen gewürdigt.

beteiligte Alumni / Alumnae

Aktivitäten

    • Forschung Frankfurt 4/2005

      "Ich fühl mich heute so ... bin ich" - Eine Ordnung der Gefühle [Rez. EGB].
      Von Fabian Steinhauer

      Themen:

      date
      11.01.13
    • www.literaturkritik.de

      Emotional Turn? Beobachtungen zur Gefühlsforschung [zu "EGB" und "Mediale Emotionen"]. Von Thomas Anz

      Themen:

      date
      15.12.06
    • Rainer Maria Kiesow, Henning Schmidgen (Hrsg.)

      Berlin 2006

    • Forschung Frankfurt

      Kritisch-ironische Blicke auf eigene Zunft. Charakterköpfe: Studie über gesellschaftliche Klischees von Wissenschaft [Rez. Gesichter der Wissenschaft]. Von Gudrun Jäger

      Themen:

      date
      01.05.06
    • Der Spiegel

      Noch mal mit Gefühl [EGB]. Von Johannes Saltzwedel

      Themen:

      date
      10.04.06
    • Handelsblatt

      Nette, bebrillte Laborratten. Eine Studie untersucht die öffentliche Wahrnehmung von Wissenschaftlern [Rez. Gesichter der Wissenschaft]. Von Uschi Heidel

      Themen:

      date
      08.03.06
    • St. Galler Tagblatt

      Ich fühle, also bin ich. Natur- und Geisteswissenschafter über Angst, Lust, Peinlichkeit – und andere Emotionen [Rez. EGB]. Von Peter Düweke

      Themen:

      date
      10.01.06
    • Forschung & Lehre

      Der Wissenschaft ein Gesicht geben [Rez. Gesichter der Wissenschaft]. Von Ina Lohaus

      Themen:

      date
      01.01.06
    • Neue Zürcher Zeitung

      Die Macht der Gefühle und die Ohnmacht der Gefühlsingenieure: Neue Perspektiven auf ein altes Thema [EGB]. Von Uwe Justus Wenzel

      Themen:

      date
      17.12.05
    • Frankfurter Allgemeine Zeitung

      So lenken Sie Ihre Gefühle. Wie Bild und Klang uns bewegen
      [Rez. zu Grau/Keil, Mediale Emotionen]. Von Manuela Lenzen

      Themen:

      date
      21.11.05
    • www.perlentaucher.de

      Zur Rez. von Grau/Keil, Mediale Emotionen in der F.A.Z. vom 21.11.2005. Von red.

      Themen:

      date
      21.11.05
    • Deutschlandfunk

      Studiozeit: Ich fühle, also bin ich - Wissenschaftler blicken interdisziplinär auf die Gefühle [zur Sommerschule "Junge Akademie der Gefühle"]. Von Bettina Mittelstraß

      Themen:

      date
      17.11.05