Jubiläum: 20 Jahre

Seit dem Jahr 2000 bringt Die Junge Akademie Nachwuchswissenschaftler*innen aus allen Disziplinen sowie Künstler*innen in interdisziplinären Projekten an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Im Gründungsjahr als Experiment gestartet, hat sich das Konzept international erfolgreich etabliert.

Anlässlich ihres Jubiläums im Jahr 2020 suchten die Mitglieder in zwei Veranstaltungsreihen, einem Ideenwettbewerb und weiteren Aktivitäten den Austausch mit der Gesellschaft. Ziel war es, vertraute Inhalte, Formen und Kontexte zu verlassen. „Das Jubiläumsjahr der Jungen Akademie steht unter dem Motto ‚Perspektiven wechseln‘. Wir wollen die Menschen einladen, Wissenschaft mit uns neu zu entdecken. Die Junge Akademie ist für uns alle die große Chance, unkonventionelle Brücken zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu bauen“, so der damalige Sprecher Philipp Kanske in der Pressemitteilung zum Auftakt. Das Jubiläumsjahr fand unter besonderen Herausforderungen statt: Geplante Veranstaltungen mussten kurzfristig abgesagt, umgeplant und in den virtuellen Raum verlegt werden. Die Covid-19-Pandemie bestimmte den Alltag. Dennoch konnten die Mitglieder zahleiche der geplanten Aktivitäten umsetzen.

Pressemitteilung zum Auftakt des Jubiläumsjahres (16.01.2020)
Pressemitteilung zu den pandemiebedingten Änderungen (05.05.2020)

Abstrakte Collage, in deren Mittelpunkt eine zerdrückte, durchscheinende rote Plastikflasche steht, die auf einer schwarz-weiß karierten Oberfläche ruht. Mehrere geflochtene Schnüre - einige türkis-schwarz, andere grau-schwarz - sind um die Flasche geschlungen und drapiert.

Ideenwettbewerb „visions / solutions for a sustainable tomorrow“

Im Rahmen eines Online-Wettbewerbs suchte die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit der Jungen Akademie bis zum 15. Mai 2020 digitale Beiträge, die sich visionär oder konkret mit einer nachhaltigen Zukunft auseinandersetzen. In den zwei Kategorien Visions und Solutions konnten die Teilnehmer*innen Beiträge aller Art einreichen, von Bildern und Videos über Texte und Lieder bis hin zu multimedialen Inhalten. Zu gewinnen gab es in beiden Kategorien jeweils 2.000, 1.500 und 1.000 Euro für die drei besten Beiträge. Mit dem Wettbewerb, der in der Kategorie Solutions von der UmweltBank AG gefördert wurde, setzte die Junge Akademie in ihrem 20. Jubiläumsjahr ihr Engagement in Bezug auf Nachhaltigkeit als gesellschaftliches und wissenschaftliches Problemfeld fort.

In der Kategorie Visions wurden visionäre Entwürfe einer Gesellschaft prämiert, die nicht nur in einem ökologischen und ökonomischen Sinne auf Nachhaltigkeit orientiert ist. Gesucht wurden künstlerisch-kreative Aussichten auf eine andere, eine bessere Welt, in der eine nachhaltige Lebensweise auch auf sozialer, kultureller oder ästhetischer Ebene verwirklicht werden kann.

In der Kategorie Solutions wurden Ideen für originelle Lösungen nachhaltigkeitsrelevanter Probleme prämiert. Hinter dieser zweiten Kategorie stand die Einsicht, dass technische und technologische Lösungen unabdingbar sind für eine nachhaltige Lebensweise. Gesucht wurden hier vor allem innovative klima- bzw. umwelttechnische Verfahren sowie klimafreundliche Ideen für die Lösung ganz konkreter Probleme im Lebens- und Arbeitsalltag.

Alle Infos zu den Preisträger*innen sind in der Pressemitteilung vom 04.08.2020 und auf der Webseite der AG Nachhaltigkeit zu finden.

Zwei übereinanderliegende Wanderstiefel mit klobigen Profilsohlen, die in leuchtenden, veränderten Farben (orange, rot, grün, lila) und gemusterten Nähten dargestellt sind. Drei Lupen mit regenbogenfarbigen Griffen schweben über den Stiefeln, wobei jede Linse feine, farnartige Blattsilhouetten in kontrastierenden Neontönen vor einem gesprenkelten, abstrakten Hintergrund zeigt.

Veranstaltungsreihe diejungeakademie@

Wo findet Wissenschaft statt und wer beteiligt sich an wissenschaftlichen Debatten? Die Anforderungen an die Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse haben sich verändert. So wird etwa der Ruf nach einer öffentlichen Wissenschaft mit den wachsenden gesellschaftlichen Herausforderungen zunehmend stärker.

Im Jubiläumsjahr 2020 wollte die Junge Akademie mit der Veranstaltungsreihe diejungeakademie@ die üblichen Orte des Wissenschaftsbetriebs verlassen und mit einer Reihe von Veranstaltungen in die Mitte der Gesellschaft gehen. Geplant waren Veranstaltungen in Kinos, Kulturhäusern, Kneipen oder etwa auch im öffentlichen Nahverkehr, um dort Einblicke in die Arbeit der Forschenden und in aktuelle Debatten in ihren Disziplinen zu geben. Die Covid-19-Pandemie führte dazu, dass der direkte Austausch mit den Menschen in vielen Fällen in den virtuellen Raum verlegt wurde.

Hier sind alle Veranstaltungen des Jubiläumsjahres zu finden.

Schwarzer Hintergrund mit einer Collage aus Graustufenbildern: oben links ein sitzender Hund, unten rechts eine sitzende Katze, die eine Vorderpfote hebt. Um sie herum sind zwei Äpfel mit angehängten Blättern, zwei Birnen auf Stämmen, mehrere abgetrennte Blätter und mehrere Pfotenabdruck-Silhouetten verstreut.

Veranstaltungsreihe „Cha(lle)nging Perspectives“

Ob Nachhaltigkeit, Kunst, Streit oder Künstliche Intelligenz – im Jubiläumsjahr 2020 sollten die großen und wichtigen Themen auf die Bühne kommen. In der Vortrags- und Diskussionsreihe „Cha(lle)nging Perspectives“ luden drei Arbeitsgruppen der Jungen Akademie in den Heimathafen in Berlin-Neukölln bzw. pandemiedingt zu Online-Veranstaltungen ein. Gemeinsam mit namhaften Gästen diskutierten die Mitglieder aktuelle wissenschaftliche und andere gesellschaftliche Großthemen. Dabei ging es bewusst auch darum, kritische Perspektiven zu Wort kommen zu lassen, um auf diese Weise interessante Perspektivwechsel zu provozieren.

Zu Gast waren der Entertainer Harald Schmidt, der Philosoph und Fernsehjournalist Gerd Scobel sowie die Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe.

Die Historie

Gegründet im Jahr 2000 aus der Überzeugung heraus, dass junge Wissenschaftler*innen hierzulande meist wenig Möglichkeiten haben, sich frei zu entfalten und das Wissenschaftssystem mitzugestalten, verfolgt die Junge Akademie seit ihrer Gründung vorrangig zwei Aufgaben:

  • die Pflege des wissenschaftlichen, insbesondere interdisziplinären Diskurses unter herausragenden jungen Wissenschaftler*innen und Künstler*innen sowie
  • die Förderung von Initiativen an den Schnittstellen von Wissenschaft, Kunst, Wissenschaftsmanagement, Wissenschaftspolitik und Gesellschaft.

Die Junge Akademie wurde am 30. Juni 2000 für zunächst zehn Jahre ins Leben gerufen. Am Anfang stand die Kritik der Gründerväter und -mütter an den Missständen des deutschen Wissenschaftssystems, das jungen Wissenschaftler*innen wenig Möglichkeiten bietet, sich frei zu entfalten und das System mitzugestalten. Paul Baltes, damals Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin sowie Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Leopoldina), wandte sich 1996 mit einem ersten Entwurf zur Einrichtung einer „Nachwuchsakademie“ an den damaligen BBAW-Präsidenten Dieter Simon.