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Kommentar zum Referentenentwurf des BMFTR zur Reform des WissZeitVG
Auf Einladung des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt haben sich im Juni 2026 zahlreiche Wissenschaftsinstitutionen zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Befristungsrechts im Wissenschaftsbereich geäußert - so auch Mitglieder der Jungen Akademie.
Zur Zielsetzung und Reichweite des Referentenentwurfs
Die Junge Akademie begrüßt grundsätzlich die Zielsetzung des Referentenentwurfs, die Beschäftigungsbedingungen im Wissenschaftssystem verlässlicher zu gestalten. Insbesondere die Begrenzung von Kurzzeitbefristungen, die Einführung von Mindestvertragslaufzeiten in den Phasen vor und nach der Promotion sowie die bessere Berücksichtigung von Mutterschutz, Elternzeit, Krankheit und Pflege sind wichtige und überfällige Schritte. Wissenschaftliche Qualifizierung kann nur dann gelingen, wenn Vertragslaufzeiten nicht systematisch hinter den Qualifikationszielen zurückbleiben, die sie ermöglichen sollen. Positiv ist zudem, dass Schutzregelungen auch im Bereich drittmittelfinanzierter Beschäftigung gestärkt werden sollen.
Gleichzeitig zeigt der Entwurf auch sehr deutlich die gezogenen Grenzen bei der angestrebten Reform des Befristungsrechts. Verlässlichere Vertragslaufzeiten sind wichtig, lösen aber das strukturelle Grundproblem eines auf Unsicherheit gestellten Karrieremodells nicht allein. Aus Sicht der Jungen Akademie muss die Reform daher in eine breitere Diskussion über Personalstrukturen, transparente Karrierewege und dauerhafte Perspektiven im Wissenschaftssystem eingebettet werden und hier zukünftig konkretere Weichen stellen, um genau solche Perspektiven zu ermöglichen.
Ohne solche flankierenden Maßnahmen bleibt die Reform administrativ, aber nicht transformativ.
Download des Kommentars der Jungen Akademie
Website des BMFTR mit allen Kommentaren und weiterführenden Informationen